
Getreide und Samen
zur Nahrungsergänzung
Saaten
Das Wildkaninchen ernährt sich in freier Natur zu einem geringen Teil von Samen, weshalb es sich anbietet auch unseren Hauskaninchen hin und wieder Sämereien anzubieten. Man unterscheidet in Mehlsaaten und Ölsaaten.
Mehlsaaten
Mehlsaaten sind Körner von Getreide oder Pseudogetreide, die zu Mehl verarbeitet werden können. Sie zeichnen sich durch einen hohen Stärkeanteil aus. Stärke zählt zu den Kohlenhydraten und gilt als sehr energiereich. Enthält ein Futtermittel viel Energie, kann es bei einer übermäßigen Fütterung zu Fettleibigkeit kommen. Mehlsaaten sollten daher immer nur verfüttert werden, wenn das Kaninchen einen hohen Energiebedarf hat und die Energie auch verwerten kann. Mehlsaaten eignen sich besonders bei untergewichtigen Kaninchen als Nahrungsergänzungsmittel. Allerdings sollte vorher die Ursache des Untergewichts festgestellt werden.
Beispiele für Mehlsaaten:
- Weizen
- Gerste
- Roggen
- Hafer
- Mais
- Hirse
- Reis
Getreide:

- Buchweizen
- Quinoa
- Amarant
Pseudo-
getreide:

Ölsaaten
Ölsaaten sind Körner von Pflanzen, die zur Ölgewinnung genutzt werden. Diese Pflanzen nennt man Ölpflanzen. Öl besteht aus Fetten (Lipiden), die für unseren Organismus eine wichtige Rolle spielen. Öle sorgen für ein gesundes Fellwachstum und fördern die Verdauung. Außerdem enthalten viele Öle wichtige Mineralstoffe und Vitamine, die die Gesundheit der Kaninchen fördern.
Beispiele für Ölsaaten:

- Sonnenblumenkerne
- Chiasamen
- Hanfsamen
- Leinsamen
- Kürbiskerne
- Sesam
- Dari
Wann hat ein Kaninchen einen erhöhten Energiebedarf?
Ein erhöhter Energiebedarf besteht immer dann, wenn der Körper der Kaninchen zusätzliche Leistung erbringen muss. Dies kann von mehreren Faktoren abhängig sein.
1.
Temperaturen außerhalb der Optimaltemperatur
(Hitze- und Kältestress)
Der Temperaturbereich, bei dem ein Kaninchen weder Energie weg- noch zuführen muss, wird als thermoneutrale Zone bezeichnet. Sinken die Temperaturen unter 15 Grad an oder steigen sie auf über 25 Grad an, müssen die Kaninchen Energie aufbringen, um den Körper warm zu halten oder abzukühlen.
Befindet sich das Kaninchen im Wachstum, ist es tragend, sehr alt oder krank, hat es einen erhöhten Energiebedarf. Auch laktierende, also milchgebende Zippen haben einen höheren Energieverbrauch.
2.
Physiologischer Stress
3.
Charakter
Bewegungsfreudige Kaninchen, die gern aktiv sind, viel rennen, buddeln und springen, haben einen höheren Energiebedarf. Das gleiche gilt für sehr ängstliche Charaktere.
Kaninchen sind sensible Tiere, die leicht gestresst werden. Kleinste Veränderungen können Stress auslösen. Eine Fahrt zum Tierarzt, eine Vergesellschaftung, eine unharmonische Gruppenkonstellation oder Platzmangel sorgen dafür, dass die Kaninchen einen erhöhten Energiebedarf haben.
4.
Stress
5.
Rasse
Große Tiere, wie Deutsche Riesen oder Riesenschecken, haben einen großen Körper und damit einen erhöhten Energieverbrauch.
Im Winter sind besonders Rexkaninchen oder Löwenköpfchen aufgrund der durch Zucht veränderten Haarstruktur anfällig für Kälte.